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Star Wars-Fan-Film feiert in Karlsruhe seine Premiere

Der in Karlsruhe gedrehte Star Wars-Fan-Film überzeugt durch seine Liebe zum Detail.
Der in Karlsruhe gedrehte Star Wars-Fan-Film überzeugt durch seine Liebe zum Detail. (Foto: Wingman: An X-Wing Story)

Kommt der nächste George Lucas aus Karlsruhe? Dies lässt zumindest sein mittellanger Science-Fiction-Film „Wingman: An X-Wing Story“ vermuten, an dem Michael Hoeff sieben Jahre lang gearbeitet hat und der nun seine Premiere feiert. Der 100-prozentig independent produzierte Fan-Film ist eine 50-minütige, bildgewaltige Hommage geworden und lässt bis ins kleinste Detail erkennen, wie viel Zeit, Energie und Enthusiasmus Regisseur Michael Koepff und sein Team in die Produktion gesteckt haben. Koepff entpuppt sich als filmischer Tausendsassa, denn zeichnet er auch für die Produktion, das Drehbuch (mit Martin Bührer), den Schnitt, die VFX und SFX verantwortlich und arbeitete zudem an den Props und am Set mit.

 

Im Film geht es natürlich – wie könnte es anders sein – um den Kampf gegen das galaktische Imperium. Hier muss die zahlenmäßig hoffnungslos unterlegene Rebellenallianz ihren Widerstand auf Nadelstiche und Angriffe aus dem Hinterhalt konzentrieren. Hierbei helfen ihr die Entschlossenheit und Kreativität ihrer Piloten, sowie deren technisch überlegener Sternenjäger, der X-Wing.

 

Im Hinterhalt lauernd ahnt der Rebellenpilot Arren Otolo noch nicht im Geringsten, welche Herausforderungen der anstehende Angriff ihm und seinen Staffelkameraden stellen wird und welche Rolle dabei sein neu zugewiesener Flügelmann (engl. Wingman) Ross Bogg dabei spielen wird, welcher bisher kein einziges Wort mit ihm gewechselt hat.

Film spielt kurz nach Star Wars: A New Hope

„Wingman: An X-Wing Story“ spielt in George Lucas’ Star Wars-Universum kurz nach der Vernichtung des ersten Todessterns und erzählt die Geschichte der Piloten einer Sternenjägerstaffel beim Einsatz hinter den feindlichen Linien.

 

Nach dem Motto „Star Wars meet Top Gun“ stehen bei „Wingman: An X-Wing Story“ nicht die Jedi-Ritter oder die Sturmtruppen des Imperiums, sondern die Jägerpiloten der Rebellenallianz im Fokus. Schnelle Action mit den aus den Original-Filmen bekannten, ikonischen Raumschiffen wie dem X-Wing, dem Y-Wing und ihrem imperialen Gegenstück dem TIE-Fighter, treffen auf die moralischen Fragen und Beweggründe der Individuen, die diese steuern.

 

Ein Fan-Film auf YouTube inspirierte den Film-Neuling Michael Koepff

Die Produktion begann 2017, nachdem der Regisseur und Produzent Michael Koepff, der bis dato noch nie etwas derartiges oder überhaupt irgendetwas im Bereich Film gemacht hatte, einen artverwandten Fan-Film auf YouTube sah und sich daraufhin sagte: „das probiere ich jetzt auch mal…“ Ganz nach dem Motto des Jedi-Meisters Yoda: „Tue es, oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen!“

 

Nach ersten, aber vielversprechenden Schritten mit der freien 3D-Software Blender, begann das Projekt, Fahrt aufzunehmen. Ein paar Jahre später waren einzelne Animationen zu Szenen zusammengewachsen und es ließ sich bereits ein logischer Zusammenhang erkennen.

 

Da das Team zu diesem Zeitpunkt immer noch dabei war, herauszufinden, wie dieses Ding „Film“ überhaupt funktioniert, war es um eine professionelle Vorbereitung wie Storyboard und Script längst geschehen. Das Projekt wuchs und wuchs, wurde verändert, gelöscht, neu zusammengesetzt, immer anhand der visuellen Eindrücke, welche die Animationen hervorbrachten.

 

Viele Filme dienten als Vorbilder

Als Orientierung für den Stil und die Dynamik dienten natürlich die großen Vorbilder Star Wars (insbesondere „Star Wars – A New Hope“, „The Empire Strikes Back“, „Return of the Jedi“ und „Rogue One“), „Top Gun“ und „Top Gun – Maverick“, „Battle of Britain“ und „Red Tails“, aber auch animierte Filme wie „SkyCrawlers“. Zudem kamen etliche Dokumentationen über die praktischen, technischen und taktischen Eigenschaften der Flugzeuge und Luftkämpfe im zweiten Weltkrieg (die auch Lucas als Orientierung gedient hatten) und der modernen militärischen Luftfahrt.

 

Schließlich wurden die Rollen innerhalb des Freundeskreises verteilt. „Hauptsächlich, weil wir alle noch unsicher waren, ob das Vorhaben überhaupt gelingen würde und um sicher zu stellen, dass das Team von vornherein gut miteinander auskommt, denn keiner wusste wo diese Reise hingehen sollte,“ so Michael Koepff, dem man die Begeisterung für sein Projekt im Gespräch förmlich anhört.

 

Die Sets, also die Cockpits sowie Props entstanden im Werkstattkeller des Regisseurs und was zunächst als das Projekt von zwei Freunden und ihrer iphone-Kamera gedacht war, endete mit über 20 Personen, drei Cockpitsets und sechs Drehtagen im August 2021.

 

Film feierte in SCHAUBURG seine Premiere

Nach dem Dreh wurde dann höchst unprofessionell das Skript noch einmal grundlegend geändert und neue Dialoge und Animationen hinzugefügt. Während so gut wie alle grundlegenden Aufgaben innerhalb des Freundeskreises verteilt wurden, konnten für die Musik zwei professionelle Komponisten gefunden werden, die in Partnerarbeit den Soundtrack und Score erstellten und den Film dadurch auf eine ganz andere Ebene hoben. Zudem wurden die Dialoge nochmals von professionellen Schauspielern nachsynchronisiert.

 

Fast sieben Jahre nach der schicksalshaften Begegnung mit dem besagten Fan-Film auf YouTube ist „Wingman: An X-Wing Story“ nun bereit, am 16. Dezember 2023, in der Karlsruher SCHAUBURG seine Premiere zu feiern. Und das Interesse an dem Film ist so groß, dass die Veranstaltung bereits ausverkauft ist. Und so bleibt uns für den weiteren Weg des Films nur zu wünschen: „Möge die Macht mit Dir sein!“

Der Fan-Film auf YouTube

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Kommentare: 3
  • #1

    André Schulz (Mittwoch, 13 Dezember 2023 01:52)

    Soooo, jetzt hat man mich geil drauf gemacht und wo kann ich den Streifen dann sehen wenn ausverkauft?!

  • #2

    Oliver Langewitz (Mittwoch, 13 Dezember 2023 09:27)

    Lieber André Schulz, der Film wird Ende Dezember 2023 auf YouTube veröffentlicht! �

  • #3

    Edgar Weber (Montag, 08 Januar 2024 17:06)

    Habe den Film gestern zufällig auf Youtube entdeckt und muß nach Sichtung sagen: Absolut klasse gemacht. Respekt. Bin begeistert. Hat mich besser unterhalten als so manche Folge der Star Wars Episoden auf Disney plus.